Bei einer Besprechung im Tandem wurde uns eine Überraschung angekündigt: Wir sollten für zwei Tage die Arbeit einer/s MitstudentIn übernehmen. Wir wurden einander zugeteilt und so tauschte ich meine Aufgabenstellung mit der von Dominik H. Seine Aufgabenstellung sieht in etwa so aus: Er nimmt sich vor jeden Tag ein paar Skizzen zu machen, um wieder öfters zu zeichnen. Er skizziert entweder sein Gesicht oder sein Portemonnaie, weil er das immer bei sich trägt. Zu Beginn nimmt er sich vor, wie und womit er skizzieren möchte. Zum Beispiel linear mit Kugelschreiber, oder ohne Absetzen mit Bleistift, etc. Danach schreibt er zwei, drei Gedanken auf, die er während des Zeichnens hatte.
Also setzte ich mich vor den Spiegel, häufte ne Menge “Werkzeug” an und das hier sind die Ergebnisse:
Die Übung hatte eine lockernde Wirkung auf meine eingesessenen Automatismen beim Zeichnen, war aber auch eine Herausforderung, weil ich mich generell nur schwer an die eigenen Vorgaben halten konnte. Wollte ich zum Beispiel ganz reduziert grafisch mit Filzstift zeichnen, habe ich schlussendlich trotzdem wieder viel zulange herumgestrichelt. Vor allem bei den Portäts war der Drang, es genauer auszuführen, sehr stark. Beim Portemonnaie war es viel einfacher. Es hat mich aber auch weniger interessiert und ich war nicht besonders motiviert viel Skizzen davon anzufertigen.
Meine Vorstellung vom “guten” Porträt ist so dominant, dass sie mich ständig begleitet und fast schon meine Bewegungen koordiniert. Darum fiel es mir schwer reduzierend zu arbeiten. Ich spüre eine innere Grenze, die ich nicht so recht überschreiten kann. So eine Stimme, die sagt “Das ist doch kein erkennbares Gesicht”, wenn ich zu minimalistisch und rasch zeichnen will. Und dann strichel ich weiter, bis die Stimme befriedigt ist.
Ein Weg den ich bei weiteren Vorgehen einschlagen könnte, wäre diese Grenze zu überwinden.












